Starke Führung für starke Lagen: Modernisierter ELW 2 für Cottbus übergeben
Artikel vom 13. Februar 2026
Am 11. Februar, dem bundesweiten Tag des Notrufs 112, wurden in der Cottbus an der Wache 1 in der Dresdner Straße mehrere neue Einsatzfahrzeuge offiziell übergeben.
Insgesamt standen dabei Investitionen in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro. Neben drei Hilfeleistungslöschfahrzeugen für die Freiwilligen Feuerwehren in Schmellwitz, Kahren und Ströbitz sowie einem für die Notfallseelsorge umgebauten ehemaligen Notarzteinsatzfahrzeug rückte insbesondere der modernisierte Einsatzleitwagen 2 in den Mittelpunkt der Veranstaltung.
Der ELW 2 ist nicht nur für die Feuerwehr Cottbus von Bedeutung, sondern auch für die gemeinsame SEG Führungsunterstützung von Cottbus und dem Landkreis Spree-Neiße. Diese Einheit wurde 2022 in Cottbus gegründet, 2024 kam die Komponente des Landkreises Spree-Neiße hinzu. Seither bilden beide Gebietskörperschaften eine gemeinsame Mannschaft innerhalb des Katastrophenschutzes, die insbesondere bei größeren Schadenslagen zum Einsatz kommt. Der Einsatzleitwagen 2 stellt dabei ein zentrales Führungsmittel dar.
Bei dem Fahrzeug handelt es sich nicht um eine vollständige Neubeschaffung, sondern um eine umfassende Modernisierung des bisherigen ELW 2 der Stadt Cottbus, der rund 20 Jahre im Dienst war. Der Kofferaufbau wurde vollständig saniert und generalüberholt, auf ein neues Fahrgestell gesetzt und technisch grundlegend erneuert. Rund 600.000 Euro wurden investiert, um ein zeitgemäßes, leistungsfähiges Führungsfahrzeug zu schaffen. Dabei setzte man konsequent auf digitale Kommunikation und digitale Einsatzführung, ohne auf analoge Übergangslösungen zurückzugreifen.
Der Ausbau erfolgte durch zwei Cottbuser Unternehmen, darunter die Firma Profunk, die die komplette Neuverkabelung sowie die Ausstattung mit moderner IT- und Kommunikationstechnik übernahm. Das Ergebnis ist ein Fahrzeug, das den heutigen Anforderungen an komplexe Einsatzlagen gerecht wird.
Wie nach Norm vorgesehen, ist der Aufbau zweigeteilt. In der Fernmeldebetriebsstelle, dem sogenannten Funkraum, stehen zwei Arbeitsplätze zur Verfügung. Hier werden eingehende und ausgehende Nachrichten bearbeitet, der Funkverkehr koordiniert und das Einsatztagebuch geführt. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich der Führungs- und Besprechungsraum mit sechs Notebookarbeitsplätzen, zwei großen Monitoren sowie interaktiven Monitorboards. Dort werden Lageinformationen zusammengeführt, ausgewertet und unter anderem mit der Lage-Software Command-X dokumentiert und visualisiert. So erhalten die Führungskräfte eine strukturierte Entscheidungsgrundlage.
Neu ist zudem ein großer Außenmonitor, der es ermöglicht, Lagevorträge außerhalb des Fahrzeugs durchzuführen und ein einheitliches Lagebild für alle Beteiligten darzustellen. Beispielsweise können Live-Bilder einer Drohne der angegliederten SEG Flight übertragen werden, um bei Wald- oder Flächenbränden die Ausbreitung zu analysieren und taktische Maßnahmen abzustimmen.
Wie wichtig eine leistungsfähige Führungsunterstützung ist, zeigte sich in den vergangenen Monaten mehrfach. Die gemeinsame Einheit kam unter anderem bei der Entschärfung von Weltkriegsmunition, bei größeren Brandlagen sowie beim Waldbrand in Preschen im Mai 2025 zum Einsatz. Auch größere Wohnungsbrände in Cottbus erforderten eine koordinierte, strukturierte Einsatzführung. Gerade wenn viele Kräfte aus unterschiedlichen Bereichen zusammenarbeiten, ist es entscheidend, Informationen zu bündeln, aufzubereiten und nachvollziehbar zu dokumentieren.
Mit dem modernisierten ELW 2 verfügen Cottbus und der Landkreis Spree-Neiße nun über ein technisch zeitgemäßes Führungsmittel, das die interkommunale Zusammenarbeit weiter stärkt und die Einsatzbereitschaft bei größeren Schadenslagen nachhaltig unterstützt.
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