Feuerwehr Spree-Neiße schreitet digital voran – BOS-Pads und EVI Lausitz WhatsApp
Artikel vom 04. Januar 2026
Feuerwehr ist heute weit mehr als Sirene, Funkgerät und Papierkarte. Auch im Ehrenamt hält die Digitalisierung zunehmend Einzug – und das aus gutem Grund.
Moderne Einsatzlagen, steigende Informationsbedürfnisse der Bevölkerung und neue technische Möglichkeiten erfordern zeitgemäße Lösungen. Der Spree-Neiße-Kreis zeigt eindrucksvoll, wie dieser Wandel gelingen kann. Ein sichtbares Zeichen dafür sind die BOS-Pads, die vom Land Brandenburg als Digitalisierungsprojekt konzipiert, beschafft und an die Feuerwehren ausgegeben wurden. Tablets im Einsatzfahrzeug ermöglichen heute unter anderem den Zugriff auf digitale Karten, Objektinformationen und Einsatzdaten in Echtzeit. Feuerwehr ist damit längst nicht mehr analog – sondern vernetzt, aktuell und leistungsfähig. Doch Digitalisierung beginnt nicht erst am Einsatzfahrzeug. Sie beginnt bei der Information – etwa durch EVI Lausitz – Einsatzvorinformation in Echtzeit.
Wegfall der Twitter-Einsatzvorinformation – und eine neue Lösung
Über einen langen Zeitraum veröffentlichte die Leitstelle Lausitz Einsatzvorinformationen in Echtzeit über Twitter. Unter Suchbegriffen wie „EVI Lausitz Twitter“ oder „Einsatzvorinformation Twitter“ war dieser Dienst bei Einsatzkräften, Medien und interessierten Bürgerinnen und Bürgern äußerst beliebt. Mit der Entscheidung von Twitter, Programmierschnittstellen kostenpflichtig zu machen, musste diese Form der Einsatzinformation jedoch eingestellt werden. Eine spürbare Lücke entstand – gerade in einer Zeit, in der schnelle, verlässliche und transparente Information immer wichtiger wird. Diese Lücke schließt heute EVI Lausitz als Twitter-Alternative für Einsatzvorinformationen.
EVI Lausitz – digitale Einsatzvorinformation aus der Region
EVI Lausitz steht für Einsatz- und Vorabinformation und ist ein regionales Digitalprojekt zur Veröffentlichung von Feuerwehr- und Rettungseinsätzen in Echtzeit. Die Plattform evilausitz.de stellt Einsatzinformationen aus dem Bereich der Leitstelle Lausitz modern, zuverlässig und datenschutzkonform bereit. Entstanden ist EVI Lausitz aus dem persönlichen Bedarf eines Feuerwehrangehörigen: Chris, aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, wollte Alarmierungen direkt in sein Zuhause integrieren, um nachts schneller einsatzbereit zu sein. Grundlage dafür war eine offizielle Datenschnittstelle („Wachalarm“) der Leitstelle Lausitz, aus der ein Webhook-basiertes System entwickelt wurde. Was als technische Lösung für das eigene Zuhause begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem leistungsfähigen Informationssystem für Feuerwehren und Öffentlichkeit.
WhatsApp-Kanäle als zeitgemäße Alternative zu Twitter
Im Mittelpunkt von EVI Lausitz stehen heute die WhatsApp-Kanäle von EVI Lausitz. Diese funktionieren ähnlich wie ein digitaler Newsletter:
- reine Ein-Wege-Kommunikation
- keine Anzeige von Telefonnummern
- keine Einsicht, wer den Kanal abonniert hat
- vollständig datenschutzkonform
Der zentrale WhatsApp-Kanal von EVI Lausitz erreicht mittlerweile über 10.000 Abonnentinnen und Abonnenten. Zusätzlich gibt es regionale Kanäle – auch speziell für den Spree-Neiße-Kreis –, über die lokal relevante Einsätze veröffentlicht werden. Damit bietet EVI-Lausitz eine moderne und bürgernahe WhatsApp-Alternative zur früheren Twitter-Einsatzvorinformation und stärkt Transparenz sowie Vertrauen in die Arbeit der Feuerwehr.
Wenn das Zuhause mithilft: Alarmierung über Amazon Alexa und Smart Home
Ein besonders anschauliches Beispiel für die praktische Nutzung digitaler Technik ist die Alarmierung über Amazon Alexa. Für aktive Feuerwehrangehörige kann eine Einsatzmeldung nicht nur auf dem Handy erscheinen, sondern zusätzlich akustisch im eigenen Zuhause ausgegeben werden. Geht ein Alarm ein, meldet sich der Sprachassistent automatisch und nennt in klaren Worten die Einsatzart – zum Beispiel „Brandeinsatz“ oder „Hilfeleistung“ – sowie den Einsatzort. Gerade nachts oder in stressigen Situationen hilft diese gesprochene Information dabei, sich sofort zu orientieren. Für Bürgerinnen und Bürger wird so greifbar, wie moderne Technik das Ehrenamt unterstützt: einfach verständlich, unaufdringlich und mit echtem Nutzen.
Smart Home: Zeit sparen, Abläufe automatisieren – auch mit kleinem Einstieg
Ergänzend dazu kann die Alarmierung direkt mit dem Smart Home verknüpft werden. Bei einer Einsatzalarmierung in der Nacht schaltet sich automatisch das Licht im Schlafzimmer, Flur oder Treppenhaus ein, sodass niemand im Dunkeln nach Schaltern suchen muss. Auch das automatische Öffnen des Garagentors ist möglich – wertvolle Sekunden werden eingespart. Wichtig dabei: Es ist kein großes oder teures Smart Home nötig. Bereits ein einfaches Einstiegs-Setup reicht aus, um spürbare Vorteile zu erzielen. Ein Amazon-Echo-Gerät in Kombination mit einer handelsüblichen E27-WLAN-Lampe oder einer WLAN-Steckdose genügt, um bei einer Alarmierung automatisch Licht einzuschalten. So wird das Zuhause im Einsatzfall zum stillen Helfer – unkompliziert und kostengünstig. Auch tagsüber kann das Smart Home unterstützen: Routinemäßige Dinge wie das Ausschalten des Fernsehers, das Abschalten des Herdes oder anderer elektrischer Geräte können bei einer Alarmierung automatisch übernommen werden. Das sorgt für Sicherheit, Entlastung im Kopf und ermöglicht es den Einsatzkräften, sich voll auf das Wesentliche zu konzentrieren – den Weg zum Einsatz.
Digitalisierung mit Haltung – nicht Spielerei, sondern Mehrwert
Das Projekt EVI Lausitz steht stellvertretend für ein modernes Verständnis von Feuerwehrarbeit: Technik wird nicht um ihrer selbst willen eingesetzt, sondern dort, wo sie sinnvoll unterstützt. Ob bei der Einsatzvorinformation, der Öffentlichkeitsarbeit oder perspektivisch auch im Bevölkerungsschutz – digitale Kanäle ermöglichen es, Menschen schneller, klarer und zielgerichteter zu erreichen. Gerade in einer Zeit, in der viele Sirenensignale nicht mehr eindeutig zugeordnet werden können, gewinnen ergänzende digitale Informationswege zunehmend an Bedeutung.
Unterstützung durch den Kreisfeuerwehrverband Spree-Neiße
Der Kreisfeuerwehrverband Spree-Neiße begrüßt und unterstützt das Projekt digitale Einsatzvorinformation mit EVI Lausitz ausdrücklich. Der Verband sieht darin weit mehr als ein technisches Zusatzangebot für die Blaulichtfamilie.
Robert Buder, Vorstandsvorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Spree-Neiße:
„Ich bin überzeugt, dass wir in der heutigen digitalen Welt in Gefahrensituationen nicht mehr nur auf das Thema Sirenen zurückgreifen können, denn viele wissen nicht mehr, was die einzelnen Sirenentöne bedeuten. Wir benötigen hier digitale Unterstützung – und nichts bietet sich besser an als ein Kanal, der über 10.000 interessierte Follower hat, die sich für die Blaulichtfamilie und das Geschehen in ihrer Region interessieren. Wir sind fest davon überzeugt, dass dieser Kanal ein wichtiges Element auch im Bevölkerungsschutz zur Warnung sein kann, in Katastrophenfällen oder in lokalen, regionalen Großschadenslagen.“
Feuerwehr im Spree-Neiße-Kreis: ehrenamtlich, engagiert, digital
Ob BOS-Pads im Einsatzfahrzeug, WhatsApp-Einsatzvorinformation oder Smart-Home-Alarmierung – die Feuerwehr im Spree-Neiße-Kreis zeigt, dass Ehrenamt und moderne Technik hervorragend zusammenpassen. Projekte wie EVI Lauzsitz stehen exemplarisch für diesen Wandel und beweisen, dass Innovation auch aus der Region heraus entstehen kann – mit Mehrwert für Einsatzkräfte und Bevölkerung gleichermaßen.
Weitere Informationen zum Projekt, zu den WhatsApp-Kanälen und zur digitalen Einsatzvorinformation finden Sie unter:
EVI Lausitz auf evilausitz.de
Ein starkes Zeichen dafür, dass Feuerwehr heute vernetzt, transparent und zukunftsorientiert ist.
FB Berichtwesen
Kommentare
Heiko Lucia schrieb am Dienstag, 06.01.2026 um 10:42 Uhr:
Man wird ja als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr das wenn man nicht regelmäßig an der Ausbildung teilnimmt es keine Einsatzalermierung bekommt. Dort wo ich wohne hört man kaum die Sirene.Hallo Heiko Lucia,
es tut uns sehr leid das man dort wo du wohnst keine Sirenen hört. Leider können wir dir so aber auch nicht weiter helfen, da wir keine genaueren Angaben von dir haben. Wende dich doch bitte gern per E-Mail an uns und dann schauen wir uns deine Sorge genauer an und leiten es gern an die zuständigen Stellen zur Bearbeitung weiter.
kameradschaftliche Grüße
Stephan Winkler
Webmaster
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