Ein wortwörtlich spannendendes Thema
Artikel vom 17. Januar 2026
Strukturwandel, erneuerbare Energien, auslaufende Förderungen und anstehende Koalitionsverhandlungen. Die Themenliste war voll gepackt bei einem Arbeitstreffen zwischen Vertretern des KFV, Landtagsabgeordneten von CDU und SPD, der Bürgermeisterin der Stadt Spremberg, enviaM und MITNETZ STROM.
Der Strukturwandel wird auch an der Feuerwehr nicht vorbeigehen. Neue Technologien bringen neue Herausforderungen mit sich. Zum einen, was den Brandschutz betrifft und zum anderen, was die Netzsicherheit betrifft. Beide Aspekte wurden im Rahmen eines Arbeitstreffens bei enviaM in Klein Gaglow von den jeweiligen Fachleuten erläutert. Und die beiden Landtagsabgeordneten Julian Brüning (CDU) und Lars Katzmarek (SPD) notierten sich so einiges in ihre Bücher, bzw Handys. Ein wichtiger Punkt ist beispielsweise die Frage, wie es mit dem Brandschutz in den großen Industriegebieten Jänschwalde und Schwarze Pumpe weitergehen soll, wenn die Kohlekraftwerke stillgelegt werden und die LEAG damit ihre Werkfeuerwehr immer weiter verkleinert. Mit rein ehrenamtlichen Kräften wird diese Aufgabe nicht zu stemmen sein, das machte Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier noch einmal deutlich.
Gleichzeitig stellt der Strukturwandel das Lausitzer Stromnetz vor Herausforderungen, das zeigten recht eindrucksvoll die vorgetragenen Zahlen der MITNETZ-Vertreter: Liegt der Anteil von Wind, Solar und Batterie im Bundesschnitt bei rund 59 Prozent, sind es im Brandenburger Teil von MITNETZ sagenhafte 291 Prozent. „Wenn die Sonne scheint und auch noch Wind dazu kommt, ist richtig Musik im Netz!“ so die Fachleute. Bei denen flattern zur Zeit jede Menge Anschluss-Anfragen von Rechenzentren und Speichern in den Briefkasten, auf einer Karte zeigten sie die geplanten Standorte.
Förderdschungel und Kostenexplosionen
Einen Batteriespeicher löschen möchte von den anwesenden Feuerwehrleuten eigentlich niemand müssen. Doch die Feuerwehr muss darauf vorbereitet sein. Problematisch macht das allerdings die Tatsache, dass gleich drei Förderrichtlinien des Landes ausgelaufen sind und das Antragsprocedere für die verbliebenen Fördermöglichkeiten alles andere als selbsterklärend ist, weiß KFV-Vorstandsvorsitzender Robert Buder zu berichten: „Das war bei den ausgelaufenen Richtlinien deutlich einfacher. Jetzt müssen wir beispielsweise teilweise in Vorkasse gehen und bekommen dann irgendwann das Geld wieder. Es gibt unterschiedliche Regularien und Förderanträge bei unterschiedlichen Ministerien und bei der Wirtschaftsregion läuft nochmal alles anders.“ Der Wunsch, den die Abgeordneten mit in die Koalitionsverhandlungen nehmen sollen: „Einheitliche Formulare, einheitliche Abrechnungswege und Auszahlungsmodalitäten.“ Angesichts von Kosten von mehreren hunderttausend Euro selbst für einfache Feuerwehrfahrzeuge und Millionenbeträge für Feuerwehrhäuser mit Minimalanforderungen wird es in der Lausitz auch in Zukunft ohne Fördermittel nicht gehen.
Alles wird sich sicherlich nicht umsetzen lassen, so die Abgeordneten, aber sie wollen einiges mitnehmen in die Verhandlungen. Der Strukturwandel mit allen seinen Facetten bleibt also im wahrsten Sinne spannend.
Sascha Erler
Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit
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